Helmut Schreier - John Deweys demokratischer Glaube

Essay
Juni 2016
179 Seiten
ISBN: 978-3-938871-13-3


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John Deweys demokratischer Glaube

Helmut Schreier

John Dewey (1859-1952) gilt als der wichtigste amerikanische Philosoph, Sozialpsychologe und Pädagoge der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die von ihm mitbegründete philosophische Schule des Pragmatismus betont die Bedeutung von Erfahrung und Praxis in der Selbstverständigung des Menschen über sich, sein Leben und die Welt. Helmut Schreiers Essay beschreibt Deweys "demokratischen Glauben" auf den Feldern Erfahrung, Kunst, Öffentlichkeit, Erziehung und Religion und öffnet den Blick auf eine Philosophie, die danach strebt, die Potenziale des Religiösen für das praktische und tägliche Leben der Menschen zu entbinden.

Schreier erkundet zudem die Anschlussfähigkeit von Deweys pragmatischem Humanismus an zwei Lebens- und Bildungsreformbewegungen europäischer und fernöstlicher Herkunft: der anthroposophischen Bewegung und der buddhistischen Laienbewegung Soka Gakkai International. Sein Essay eröffnet einen transkontinentalen Dialog über die Zukunft des demokratischen Lebens, der heute – 100 Jahre nach Erscheinen von Deweys Democracy and Education (1916) – zeitgemäß erscheint.


John Dewey stellt das im philosophischen Diskurs etablierte Grundmuster der Erkenntnissuche auf den Kopf: Es geht ihm nicht um den Gewinn höherer Einsichten, sondern um die unterstützende Teilnahme an der Sache der Menschen. Nach Dewey haben Philosophen – also diejenigen, deren Profession das Denken ist – die Aufgabe, zur besseren Einrichtung der gesellschaftlichen Umstände und ihrer Kontrolle beizutragen und nicht etwa einen Auftrag dazu, Einsichten zu gewinnen, die von den Situationen des tätigen Lebens losgelöst sind.

Helmut Schreier


Dewey spielt nicht die Tiefe gegen das Flache, das Risiko gegen die Normalität, das Ereignis gegen die Gewöhnlichkeit aus. Dewey regt nicht auf, er regt an. Als demokratischer Denker ist er egalitär durch und durch.

Jürgen Habermas in DIE ZEIT


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